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60 Jahre Hermesdeckungen

Weg einer Hermesdeckung

STATION 1: DER EXPORTEUR PLANT EINE LIEFERUNG

Liebe Leserin, lieber Leser, gern möchte ich Ihnen meine Erfahrungen mit den Exportkreditgarantien schildern. Mein Name ist Karl-Heinz Schultz, 57 Jahre alt, und ich bin Mitbesitzer der Firma Schultz & Schultz GmbH aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Wir bauen seit vielen Jahren Betonmischfahrzeuge, die sich nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Grenzen hinweg in ganz Europa großer Beliebtheit erfreuen.

Kürzlich traf bei Schultz & Schultz eine Anfrage aus Kolumbien ein. Der Interessent bat um ein Angebot über zehn Betonmischfahrzeuge mittlerer Größe. Solch ein Geschäft ist für uns kein Problem, wenn Vorauskasse oder wenigstens Zahlung aus einem Akkreditiv bei Abnahme der Ware vereinbart werden kann. Doch so einfach gestaltet sich das in der Praxis leider meistens nicht:

Die uns völlig unbekannte Firma Garcia Construcciones Ltda. aus der Hauptstadt Bogotá bestand auf Ratenzahlung über drei Jahre. Was aber, wenn Garcia in Konkurs geht, bevor die letzte Rate bezahlt wurde? Wie sieht das politische Umfeld in Kolumbien aus? Drohen Unruhen? Könnte der Staat ein Zahlungsverbot verhängen? Wie sieht es überhaupt mit der Zahlungsmoral in diesem lateinamerikanischen Land aus? Bisher hatten wir keinerlei Erfahrungen mit Firmen außerhalb Europas, schon gar nicht aus Südamerika – ganz schön riskant, wertvolle Ware einfach so in ein fremdes Land zu verschiffen. Aber, dafür wird es doch sicher eine Lösung geben…