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60 Jahre Hermesdeckungen

Chronik der Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland

60 Jahre Exportkreditgarantien bedeuten rund 15.180 Tage im Dienst der Exportwirtschaft. Der Rückblick zeigt wichtige Meilensteine der Entwicklung. Sie bilden die Basis, damit Exporteure tagtäglich praxisnah und flexibel eine Unterstützung im Auslandsgeschäft erhalten. Dies ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Exportkreditgarantien.

 

50er und 60er Jahre70er Jahre80er Jahre90er Jahre21. Jahrhundert
1949
Gesetz über die Übernahme von Sicherheitsleistungen und Gewährleistungen im Ausfuhrgeschäft
Die Bundesregierung überträgt dieses Mandat einem privaten Konsortium.
9. November: Erste IMA-Sitzung in Frankfurt-Hoechst
1952
Einführung der Ausfuhr-Pauschal-Garantie
1957
Umschuldungsabkommen mit Argentinien ist Anlass für die Gründung des Pariser Clubs
1960
Übernahme der Ermächtigung in das jeweilige Haushaltsgesetz
Einführung von Deckungsmöglichkeiten für gebundene Finanzkredite
1963
Erste umfassende Senkung der Selbstbeteiligungssätze
1964
Erste, schriftliche Mitversicherungsvereinbarungen mit der schweizerischen GERG
1972
Einführung der Wechselkursversicherung
1973
Schaffung von Deckungsmöglichkeiten für Leasing-Geschäfte
1975
Erste Deckung eines Airbus-Geschäfts
1976
Erneute Senkung der Selbstbeteiligungssätze
Einführung der 5 %-Alternative für gebundene Finanzkredite bei gleichzeitiger Verkürzung der schadenbegründeten Fristen
1977
Der Ermächtigungsrahmen überschreitet die 100-Milliarden-DM-Grenze
1978
Abschluss des Übereinkommens über Leitlinien für staatliche unterstützte Exportkredite (OECD-Konsensus)

Einführung der "Nichtauszahlungsklausel", d. h. Schutz des Exporteurs gegen das Risiko der widerrechtlichen Nichtinanspruchnahme eines der Finanzierung des Exportgeschäftes dienenden Finanzkredits bei gleichzeitigem Verzicht der Kredit gebenden Bank auf ihr autonomes Kündigungsrecht
1979
Schaffung der so genannten Deckblattbürgschaft, d. h. der Abtretungsmöglichkeit für Ansprüche aus Finanzkreditdeckungen. Heute erlebt dieses Produkt unter dem Namen „Verbriefungsgarantie“ eine neue Renaissance

Zum 30jährigen Jubiläum der Exportkreditgarantien erscheint eine Festschrift
1980
Reform der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen (APG) unter Einschluss des Nicht-zahlungstatbestandes (protracted default) für private Besteller
1981
Beginn der Schuldenkrise. Erste Umschuldung Polens im Pariser Club. 1983 folgten Mexiko und Brasilien sowie afrikanische Länder
1984
Neufassung der Richtlinien für die Übernahme von Exportkreditgarantien
Einführung des Nichtzahlungstatbestandes (protracted default) für mittelfristige Einzeldeckungen mit privaten Bestellern (Ausfuhrgarantien)
1985
Erste Deckungszusagen für Projektfinanzierungen
Der Ermächtigungsrahmen beträgt 100 Milliarden EUR
1986
Einführung des so genannten Treuhandmodells, d. h., der Möglichkeit über einen deutschen Treuhänder Finanzkreditdeckungen zugunsten ausländischer Banken zu übernehmen. Gleichzeitig wurden „Abtretungsmodelle“ und „Progress-Payment“ für Finanzkredite eingeführt. Große Bedingungsreform durch Überarbeitung der Allgemeinen Bedingungen für die Hauptprodukte der Exportkreditgarantien: Lieferantenkredit, Finanzkredit und Fabrikationsrisikodeckung
1987
Die Entscheidungen des IMA werden im AGA-Report veröffentlicht
1989
Die Exportkreditgarantien feiern das 40jährige Jubiläum
1990
Übernahme von Bundesdeckungen zugunsten von DDR-Unternehmen
1992
Schaffung von Deckungsmöglichkeiten für Geschäfte auf Gegengeschäftsbasis mit den GUS-Staaten
1993
Erste Umschuldung sowjetischer Altschulden im Pariser Club
1994
Neufassung des OECD-Konsensus
Umstellung des deutschen Entgeltsystems vom Einheitsentgelt auf nach fünf Länderkategorien gestaffelten Entgeltsätzen
1996
Senkung der Selbstbeteiligung für den protracted default
Abschluss der größten im Pariser Club geschlossenen Umschuldung mit Russland
1997
Rückzug des Bundes aus den "marktfähigen Risiken" bei kurzfristigen Geschäften mit privaten Bestellern in den EU-Ländern
Die Exportkreditgarantien gehen ins Internet
1998
April: Einführung des OECD-einheitlichen Prämiensystems für politische Risiken („Knaepen Package“)
Erste Rückversicherungsabkommen geschlossen: ECGD, OeKB und COFACE
1999
Erstmals werden Euler Hermes und PwC von den Lesern des britischen Magazin Trade Finance zur „Best Export Credit Agency“ – dem besten staatlichen Exportkreditversicherer weltweit gekürt
Am 7. Oktober findet mit der 1.188 IMA-Sitzung die erste Sitzung in Berlin statt und das 50jährige Jubiläum wird gefeiert
Nach 13 Jahren werden wieder positive Jahresergebnisse verzeichnet, die zum sukzessiven Abbau des kumulierten Defizits beitragen
2000
Nach einer Untersuchung der Prognos AG sichern die Exportkreditgarantien rund 216.000 Arbeitsplätze in Deutschland
Einführung der Rahmenkreditdeckung
2001
17. Dezember: Einführung der Umweltleitlinien innerhalb der OECD (Common Approaches)
Der APG-Online-Service ermöglicht die Umsatzmeldung über das Internet
Veröffentlichung von Projektinformationen im Internet
2002
Verabschiedung eines OECD-Sektorenabkommens für Schiffsgeschäfte
Beteiligung des Bundes an den Kosten im Schadenmanagement
Das kumulierte Deckungsvolumen überschreitet 500 Milliarden EUR
2003
1. Januar: Einführung der APG-light
2004
Die erste EU-Erweiterung ergänzt den Länderkreis der markfähigen Risiken.
Zusammen mit den Investitionsgarantien und den Garantien für ungebundene Finanzkredite entsteht mit www.agaportal.de eine zentrale Internetseite zur Außenwirtschaftsförderung des Bundes.
Der AGA-Report wird nicht mehr als Druckstück versandt, sondern per E-Mail-Newsletter und im Internet veröffentlicht.
28. Mai: „Exportkreditgarantien des Bundes im Dialog mit der Wirtschaft“ – Beginn einer neuen Veranstaltungsreihe im BMWi
2005
Die Kundenzufriedenheitsstudie attestiert den Hermesdeckungen eine starke Kundenbindung.
Zum zweiten Mal erfolgt die Auszeichnung als „Best Export Credit Agency“.
Senkung des Selbstbehalts bei der APG-light
2006
1. Januar: Einführung der Avalgarantie
1. August:: Einführung eines neuen, risikodifferenzierenden Käuferzuschlagssystems bei der Entgeltermittlung.
Vorzeitige Rückzahlung des Umschuldungsabkommens aus Russland führt zum vollständigen Abbau des kumulierten Defizits der Exportkreditgarantien
2007
Dritte Auszeichnung „Best Export Credit Agency“
Abschluss eines OECD-Sektorenabkommens für zivile Flugzeuge (ASU)
2008
01. Januar: Einführung einer revolvierenden Finanzkreditdeckung.
22. Februar: Flexibilisierung der deckungsfähigen ausländischen Zulieferungen und lokalen Kosten
Zum vierten Mal als „Best Export Credit Agency“ ausgezeichnet
17. Oktober: Rückversicherungsabkommen mit US EXIMBANK geschlossen – damit bestehen 22 bilaterale Abkommen mit anderen Kreditversicherungen
2009
27. Januar: Temporäre Maßnahmen zur Stärkung der Exportkreditgarantien im Rahmen des Konjunkturpaket II
Fünfte Auszeichnung zur Best Export Credit Agency in der neu geschaffenen Kategorie „Staatliche Exportkreditversicherungsagenturen und Entwicklungsbanken“
06. August: Marktfähige Risiken: Lieferungen mit kurzfristigen Zahlungsbedingungen in alle EU- und OECD-Länder sind bis Ende 2010 ausnahmsweise möglich
1.349 IMA-Sitzung am 12.11.09, nahezu taggenau 60 Jahre nach der ersten Sitzung
15. Dezember: Festveranstaltung aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der Exportkreditgarantien des Bundes